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Info: Gesundheit und Krankheit
(aus dem Seniorenwegweiser, Landkreis Verden, 2010)


[Nach einer Einleitung folgen Texte zu Ernährung, Gesundheitsvorsorge, Selbsthilfegruppen, Krankenkassen, Kuren, Krankenhäuser und Pflegeüberleitung, Behandlung spezieller Alterskrankheiten und Suchtprobleme im Alter; (Anmerkung fürs Internet)  ]


Eine aktive und gesunde Lebensweise ist eine wichtige Voraussetzung, um auch im Alter so lange wie möglich selbstständig leben zu können. Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen, bedeutet aber keinesfalls, auf Genuss oder Lebensfreude zu verzichten. Im Gegenteil: Gesundheit bedeutet Lebensqualität, es lohnt sich, etwas dafür zu tun.

 

Ernährung

Eine gesunde Lebensweise fängt mit der richtigen Ernährung an. Mit zunehmendem Alter nimmt der Bedarf an Energie (Kalorien) ab. Deshalb sollten die Mahlzeiten nicht zu üppig sein. (Man kann davon ausgehen, dass bei Erwachsenen mit jedem Lebensjahrzehnt der Kalorienbedarf pro Tag um etwa 100 Kalorien durchschnittlich sinkt.) Dennoch ist es unbedingt wichtig, auf eine regelmäßige, ausgewogene und vielseitige Ernährung zu achten.

Viele ältere Menschen versäumen es, sich regelmäßig etwas zu kochen. Denken sie doch einmal darüber nach,

  • sich mit Nachbarinnen, Freunden oder Bekannten abzusprechen und mindestens einmal in der Woche gemeinsam zu kochen.

  • oder "Essen auf Rädern" oder das Angebot eines stationären Mittagstisches (evtl. bei den Alten- und Pflegeheimen erfragen) in Anspruch zu nehmen.
.

Achten Sie auch darauf, genug zu trinken. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um gesund und fit zu bleiben, auch wenn das Durstgefühl im Alter oft nachlässt! Beratung zum Thema Ernährung erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.

 

Gesundheitsvorsorge

Möglichst gesund alt zu werden, ist ein wunsch, den wohl jeder von uns teilt. Um dieses zu erreichen, muss auch im Alter das vorrangige Bemühen darin liegen, möglichen Erkrankungen aktiv vorzubeugen. Dazu gehört es vor allem, körperlich und geistig beweglich zu bleiben.

Der gegenwärtige Lebensstil vieler Menschen unterfordert das Bewegungssystem und führt, zusammen mit einer falschen Ernährung, immer öfter zu Stoffwechsel-, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie auch zu Schäden im Bewegungsapparat (z.B. Osteoporose). Körperliche Aktivität hilft nicht nur Krankheiten zu vermeiden, sondern auch insgesamt möglichst lange fit zu bleiben.

Nicht zuletzt ist der Sport auch ein wichtiger "Regler" des Körpergewichts - sowohl bei Übergewichtigen durch den erhöhten Kalorienverbauch als auch bei Untergewichtigen durch Anregen des Appetits.

Wirksame Gesundheitsvorsorge besteht auch darin, die im Alter zunehmende Sturzgefahr zu verringern. Auch hierzu ist es wichtig, die eigene Koordination und Bewegungssicherheit zu trainieren. Hierzu gehört aber auch, mögliche Stolperfallen in der Wohnung zu entfernen und zum Beispiel Treppen besser abzusichern.

Nicht immer ist eine Erkrankung vermeidbar. Die besten Heilungschancen bestehen dann, wenn eine Krankheit möglichst früh erkannt wird! Gehen Sie deshalb zu den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen: einmal jährlich zur Krebsvorsorge, alle zwei Jahre zu einer Generaluntersuchung (Check-Up) und beraten Sie sich frühzeitig mit dem Arzt, wenn Sie körperliche oder seelische Beschwerden haben, die den Verdacht auf eine Krankheit aufkommen lassen!

Medikamente können helfen, Krankheiten zu überwinden oder zu lindern. Wenn diese aber zu lange oder nicht entsprechend der Verordnung eingenommen werden, können sie zu gesundheitlichen Schäden oder zur Abhängigkeit führen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach der richtigen Dosierung und nach eventuellen Nebenwirkungen und gehen Sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen. Außerdem sollten sie regelmäßig Ihre Hausapotheke überprüfen und vom Verfalldatum abgelaufene Medikamente aussortieren. Diese können Sie einfach über die Restmülltonne entsorgen.

Hinweis: Hilfe bei Medikamentenabhängigkeit erhalten Sie bei den Suchtberatungsstellen.

Spezielle Gesundheitsberatungen (wie zum Beispiel Impf-, Tuberkulose- oder Aidsberatung) bietet der
Landkreis Verden, Fachdienst Gesundheit und Umweltmedizin, tel. 04231 - 15 - 500

 

Selbsthilfegruppen

Im Landkreis Verden gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen und Gesprächskreise, die Menschen in Krankheiten und anderen schwierigen Lebenssituationen helfen. Wenn Sie wissen möchten, ob es zu Ihren persönlichen Umständen eine solche Gruppe gibt, wenden Sie sich an die

Kontaktstelle für Selbsthilfe, hinter der Mauer 32, 27283 Verden (Aller)
Tel. 04231 93 79 74, Donnerstag, 14:30 bis 16:30 Uhr oder nach Vereinbarung
E-Mail: selbsthilfe verden, Internet: kirche-verden

 

Krankenkassen

Ihre Krankenkasse hält nicht nur im Krankheitsfall Leistungen für Sie bereit. Sie berät ebenso in Fragen der Gesundheitsvorsorge und der Rehabilitation.

Darüber hinaus bieten die meisten Krankenkassen Informationen, Kurse und Seminare zu verschiedenen Themenbereichen an, wie zum Beipiel gesunde Ernährung im Alter, Entspannung, Rückenschule, häusliche Pflege und so weiter.

 

Kuren

Eine Kur kann helfen, wieder zu (neuen) Kräften zu kommen. Beraten Sie sich bei Bedarf hierüber mit Ihrem Hausarzt oder mit Ihrer Hausärztin.

Es gibt unterschiedliche Formen von Kuren: zum Beispiel ambulante Badekuren oder stationäre Kuraufenthalte in einer Kur- oder Fachklinik. Die Entscheidung, ob Ihnen eine Kur verordnet werden kann, trifft der Medizinische Dienst der Krankenkassen bzw. ein Arzt im Auftrag des zuständigen Rentenversicherungsträgers. Nähere Informationen erhalten Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse.

 

Krankenhäuser und Pflegeüberleitung

Im Landkreis Verden gibt es zwei Krankenhäuser in den Städten Achim und Verden, die vom Klinikverbund der Aller-Weser-Klinik gGmbH geführt werden:

Krankenhaus Achim, Bierdener Mühle 2, 28832 Achim, Tel. 04202 - 99 80
Krankenhaus Verden, Sedanstr. 1, 27283 Verden (Aller), Tel. 04231 - 10 30

Die Pflegeüberleitung im Krankenhaus bietet Patienten und deren Angehörigen Beratung und Unterstützung bei der Bewältigung der Krankheit. sie gibt vor allem auch Hilfestellung für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt beispielsweise durch Vermittlung von:

  • ambulanten Hilfen
  • Beschaffen von Hilfsmitteln (z.B. rollstuhl)
  • Rehabilitationsmaßnahmen und Anschlussheilbehandlungen
  • Kontakt zu Selbsthilfegruppen
  • Beantragung von Leistungen z.B. der Pflegeversicherung oder der Sozialhilfe
  • Vermittlung an Beratungsstellen (wie z.B. Suchtberatung, Sozialpsychiatrischer Dienst und Seniorenberatung

Suchen Sie möglichst frühzeitig den Kontakt zur Pflegeüberleitung!

 

Psychiatrische Tagesklinik
Das Diakoniekrankenhaus Rotenburg betreibt eine psychiatrische Tagesklinik in Verden. Hier werden erwachsene Menschen auch bis ins hohe Alter mit psychiatrischen Diagnosen behandelt.
Allerdings können dort keine Menschen, die an Altersdemenz leiden, behandelt werden.
Psychiatrische Tagesklinik, Rosenweg 9, 27283 Verden (Aller), Tel. 04231 - 67 75 70.

 

Behandlung spezieller Alterskrankheiten

Die Medizin spricht bei der Behandlung von Alterskrankheiten von der "Geriatrie" oder - wenn es sich um psychische Krankheiten handelt - von "Gerontopsychiatrie".

Einrichtungen der Geriatrie oder Gerontopsychiatrie sind darauf spezialisiert, Alterskrankheiten wie Schlaganfall, Durchblutungsstörungen an Herz, Hirn und gliedmaßen, Parkinsonsche und Alzheimersche Erkrankung, rheumatische Beschwerden, Alterszucker mit seinen Problemen, Verwirrtheitszustände, Altersdepressionen etc. stationär oder teilstationär zu behandeln. Im vordergrund der Behandlung steht dabei, dass die Erkrankten, so weit es geht, wieder selbstständig leben können.

Im Umkreis gibt es in folgenden Einrichtungen spezielle Behandlungsmöglichkeiten:

Diakonie Krankenhaus Rotenburg (Wümme)
Elise Averdiek Str. 17, 27342 Rotenburg (Wümme)
Tel. 04261 770 Internet: diako-online

Krankenhaus St. Joseph-Stift GmbH
Schwachhauser Heerstr. 54, 28209 Bremen
Tel. 0421 347-0 Internet: sjs-bremen, E-Mail

Klinikum Bremen-Nord
Hammersbecker Str. 228, 28755 Bremen
Tel. 0421 66 06-0 Internet: zkhnord

Klinikum Bremen Ost
Züricher Str. 40, 28325 Bremen
Tel. 0421 40 80 Internet: klinikum bremen ost E-Mail

 

Suchtprobleme im Alter

Gesundheitliche Beeinträchtigungen, der Verlust von nahestehenden Menschen oder Schwierigkeiten mit der Lebensgestaltung nach Beendigung der Berufstätigkeit können im Alter zu einem erhöhten und übermäßigen Konsum von Alkohol führen.

Daneben kommt es bei Älteren auch häufiger zu einer vermehrten und missbräuchlichen Einnahme von Medikamenten, insbesondere von schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln. Ein solcher missbräulicher Einsatz von Alkohol oder Medikamenten kann in eine Abhängigkeit führen. Beratung und Hilfe bei drohenden oder akuten Suchtproblemen finden Sie

  • bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin
  • beim Sozialpsychiatrischen dienst des Landkreises Verden, Tel. 04231 - 15 - 530
  • Diakonisches Werk, Fachstelle für Sucht und Suchtprävention
    Internet E-Mail
    Hinter der Mauer 32, 27283 Verden (Aller), Tel. 04231 - 8 28 12
    Feldstr. 2, 28832 Achim Tel. 04202 - 87 98

Die Beratung ist kostenlos und selbstverständlich vertraulich!

 

aus dem Seniorenwegweiser, Landkreis Verden, 2010

Autor: Landkreis
Umsetzung:Senioren- u. Behindertenbeirat
Letzte Änderung: 04.02.2010

entspricht W3C-HTML und W3C-CSS